WDF*IDF Texte

„WDF*IDF“ wird ein Verfahren aus der Suchmaschinenoptimierung (search engine optimization = SEO) genannt, mit dem sich wirkungsvolle Berechnungen bezüglich der Art und Anzahl bestimmter Schlagwörter in Online-Texten anstellen lassen.

Ziel der Optimierung ist es, ein höheren Platz in den Suchergebnissen eines Suchmaschinen-Betreibers (i.d.R. Google) zu erreichen („Ranking“), wenn nach einem bestimmten Schlagwort gesucht wird.

Von der Keyword-Density zur Within-Document-Frequency

Ausgangspunkt der Überlegungen zum WDF*IDF-Verfahren ist eine „klassische“ Methode der Suchmaschinenoptimierung (SEO): die Keyword-Density – auch Keyworddichte genannt. Die Keyworddichte beschreibt, wie oft ein bestimmter Term innerhalb eines Dokuments vorkommen muss, um ein möglichst gutes Ranking zu erhalten. Dafür wird der einzelne Term, zum Beispiel „Haftpflichtversicherung“, ins Verhältnis zu allen anderen Wörtern des Textes gesetzt um anschließend einen Prozentwert angeben zu können. Über die optimale Keyworddichte gibt es gerade im Bereich SEO verschiedene Meinungen, größtenteils geht man aber von einem Richtwert zwischen 2 und 4 Prozent aus. Das wären beispielsweise in einem Text über Versicherungen von 350 Wörtern, etwa 10 bis 17-mal das Wort „Haftpflichtversicherung“.

Die Theorie des WDF*IDF-Verfahrens verwirft den Gedanken der reinen Keyword-Density und ermittelt hingegen im ersten Schritt die sogenannte „Within-Document-Frequency“ (WDF). Dieser Wert, der über eine Formel mit zwei ins Verhältnis gesetzten Logarithmen berechnet wird, berechnet nun das relative Vorkommen eines gegebenen Wortes im Verhältnis zum relativen Vorkommen aller anderen Wörter in einem Dokument. Durch den Logarithmus wird der Wert „gestaucht“, was gegen den Effekt wirken soll, dass eine unendliche Erhöhung der Keywordanzahl automatisch einen immer besser werdenden Wert erzeugt. Bei der Within-Document-Frequency verabschiedet man sich also vom bloßen Gedanken der Häufigkeit bestimmter Wörter im Text, sondern betrachtet diese immer in einem gewissen Verhältnis – was auch den bekannten Algorithmen von Google und Co. eher entspricht.

Within-Document-Frequency (WDF) und Inverse-Document-Frequency (IDF)

Der zweite Teil der Berechnung im WDF*IDF-Verfahren ist die “Inverse-Document-Frequency” (IDF). Diese wiederum relativiert den Wert, den man aus der ersten Berechnung erhalten hat. Grundgedanke der IDF ist, dass es immer schwieriger für ein Dokument wird in den Algorithmen der Suchmaschine Relevanz zu bekommen, je mehr Dokumente zu einem bestimmten Begriff gefunden werden. Zum Beispiel ist es schwer für ein neues Dokument, dessen Inhalt sich beispielsweise um Haftpflichtversicherungen dreht, aus der Masse hervorzustechen, wenn es mehrere Millionen gefundene Suchmaschinenergebnisse gibt. Für „Hundehaftpflichtversicherungen“ wird es schon etwas einfacher, da hier Google vermutlich deutlich weniger Ergebnisse finden wird. Auch für die IDF gibt es eine Formel, die mit einem Logarithmus arbeitet:

Hat man den IDF-Wert berechnet, dann multipliziert man ihn mit dem WDF-Wert. Somit wird der eingangs berechnete Wert in der Regel wieder ein wenig relativiert. Mit den entsprechenden Formeln für WDF und IDF lassen sich übrigens neben Einzeltermen auch Kombinationen aus zwei oder drei Begriffen berechnen. So zum Beispiel „Haftpflichtversicherung abschließen“ oder „günstige Haftpflichtversicherung online“.

WDF*IDF in der Praxis

Zur Optimierung eines entsprechenden SEO-Textes nach WDF*IDF, verwendet man am besten ein entsprechendes Tool. Verschiedene Anbieter im Internet werben mit ihren Programmen für SEOs, um die Gunst der Kunden. Einige bieten bereits WDF*IDF-Analysen an. Mit diesen Analyse-Tools lässt sich zum Beispiel Google nach einem bestimmten Suchwort durchforsten. Ein übersichtliches Diagramm spuckt dann im Anschluss die verwendeten Keywörter, die im Zusammenhang mit diesem Begriff am häufigsten auftreten, aus. Mit den gewonnen Daten kann der geneigte Optimierer so ganz einfach feststellen, welche Worte in welcher ungefähren Häufigkeit noch in seinem Text auftauchen sollten (oder bereits zu viel/zu wenig vorhanden sind), um eine optimale Relevanz und schließlich ein hohes Ranking zu erzielen.

Auch für Auftraggeber kann eine Analyse in dieser Hinsicht nützlich sein, da sich mit ihr erstaunlich präzise Angaben für Texter generieren lassen, die ein entsprechendes Dokument verfassen sollen. Dabei ist es wichtig, die Optimierung nach bestimmten Begriffen nicht einfach „frei Schnauze“ vorzunehmen, da eine Veränderung der Häufigkeit eines bestimmten Begriffs im Text auch immer einen Einfluss auf die Gewichtung aller anderen Wörter hat.

Trotz aller Optimierung nach bestimmten Keywords ist Google aber selbstverständlich nicht daran interessiert, dass seine Algorithmen nur noch mehr oder weniger maschinell erstellte Texte mit fragwürdigen Keyword-Aneinanderreihungen finden. Einige Faktoren analysieren die Texte auch auf Qualität und Lesbarkeit. Deswegen sollte für einen guten SEO auch bei einer WDF*IDF-Analyse mit dem entsprechenden Tool, stets das Schreiben für den Leser und nicht für die Suchmaschine im Vordergrund stehen.

Für wen ist WDF*IDF attraktiv?

In erster Linie eignet sich eine WDF*IDF-Optimierung natürlich für jeden, der mit seinem Web-Auftritt ein möglichst hohes Ranking erzielen möchte. Das reicht vom einfachen Blogger bis hin zum Affiliate-Marketing. Gerade aber für Anbieter, die mit ihrer Homepage irgendwie etwas verkaufen möchten, kann sich eine solche Analyse besonders lohnen, denn: Ein hohes Ranking bei bestimmten Begriffen bedeutet höhere Klickzahlen. Höhere Klickzahlen und demnach deutlich mehr Homepage-Besucher bedeuten höhere Verkaufschancen für ein entsprechendes Produkt.

Mit Suchmaschinenoptimierung allgemein lassen sich interessante Marketing-Strategien entwickeln, die besonders für Betreiber eines Onlineshops ein gewaltiges Potenzial bergen. So könnte zum Beispiel ein Anbieter von Versicherungsprodukten seine Online-Präsenz mit allerlei gut gemachten Texten zu den einzelnen Angeboten ausstatten. Natürlich sollte auch bei der Optimierung – wie im vorangegangenen Abschnitt bereits erwähnt – das Augenmerk immer auf der Lesbarkeit und dem Informationsgehalt des Textes liegen. Der Kunde möchte über das Produkt informiert werden.

Zudem ist das Internet eines der schnelllebigsten Medien unserer Zeit – und genauso verhalten sich auch seine Benutzer. Ein zu langer oder deutlich zu komplizierter Text wird vielleicht bereits ab der Hälfte abgebrochen oder der Kunde nimmt nach einem kurzen Überfliegen kaum etwas mit. Eine ideale Lösung wären sinnvoll strukturierte und gut geschriebene Texte, die mit einer WDF*IDF-Optimierung quasi „suchmaschinengerecht“ aufgearbeitet wurden. So haben beide Seiten des Prozesses etwas davon: Der Kunde bekommt wichtige Informationen über einen gut lesbaren Text und die Suchmaschine stuft die Qualität und Relevanz der Homepage über ihre Inhalte automatisch höher ein.

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